In meinem Blog habe ich versucht herauszuarbeiten, was das demokratische Element des Internet ist. Es ist die uneingeschränkte Teilnahme aller zur freien Meinungsäusserung. Der Nutzen liegt in einem Zugang zu Informationen, auch fernab von der Präsenz der Medienkonzerne. Wenn sich in den USA die Bürger gegen die Dominanz der grossen Medien wehren (TA vom 19. Juni, Konservativer Protest gegen „Big Media“), hat das Internet mit seinen Blogs und Onlineforen eine mögliche Antwort darauf. Immer wieder wurde hier auf konkrete Beispiele Bezug genommen, wo unabhängiges Denken dank Internetpräsenz manifest wurde.
Dass E-Voting, der Akt der Stimmabgabe per se kein Thema war, hat sich somit als logische Konsequenz ergeben, da dies im Gegensatz zur Meinungs- und Willensbildung, in den Händen des Staates ist. In Demokratien darf man davon ausgehen, dass die technischen Hürden zu überwinden sind und die Rechtsstaatlichkeit verbindlich ist.
Die Erforschung von Funktionen und Strukturen moderner Gesellschaften geschieht in der Demokratieforschung. Es geht vertieft um Machtträger; Machtpositionen und den Grad der Mitbestimmung. Das Web spielt hier eine relevante Rolle, daher waren Erkenntnisse aus der Wissenschaft mehrmals Thema in diesem Blog. Aber letztlich beeindruckt das Internet nicht durch die Theorie und Analyse sondern durch seine direkte Ausdruckskraft. Menschen wollen partizipieren und im haben hier eine Plattform. Erstmals wurde ein bedeutender Medienpreis, der „Free Media Pioneer Award“ für mutige Berichterstattung an einen US-Weblog vergeben (NZZ-Online vom 20. Juni). Das unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Weblogs im politischen Geschehen. Der amerikanische Blog «Talking Points Memo» (TPM) berichtet vor allem über die Innen- und Aussenpolitik der USA. Und in Frankreich entstehen neue Qualitätsmedien im Internet, die kein Kurzfutter, sondern Analysen, Enthüllungen und Satire beinhalten (Tagesanzeiger vom 19. Juni 2008, Es gibt immer noch ein Leben nach der Zeitung).
Das bringt mich auch zu einer Beurteilung des gewählten Themas dieses Blogs selber. Es war zunächst spannend, sich in ein Phänomen zu vertiefen. Dies ist durchaus auch in meiner Präsentation zum Ausdruck gekommen, die quasi am Anfang dieses Blogs stand. Es war nie mein Ziel, nun alle Aspekte der Präsentation zu vertiefen. Mit der Zeit wurde durchaus aber spürbar, dass sich das Thema erschöpft: Das Transportmittel Internet lässt sich nicht unendlich von allen Seiten beleuchten. Gleichzeitig zeichnete sich keine Ausweitung ab, die sich unbedingt aufdrängte. Die Erkenntnis ist, dass letztlich Inhalte (und nicht das Medium) faszinieren und tragen. Sie sind es, die Zusammenhänge aufzeigen, Komplexität verringern und zu Momenten der Erleuchtung, des Wissens führen. Die richtigen Inhalte im richtigen Moment sind die Perlen, auf die man aus ist.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema und die Blogeinträge haben den Reichtum und die Grenzenlosigkeit des Mediums Internet aufgezeigt. Es wurde des weiteren klar, dass es trotz der Offenheit des Mediums vertiefende Analysen braucht, die nicht zuletzt im Interesse des Staates sind. Demokratie ist in sich verändernden Gesellschaftsstrukturen und dem technischen Fortschritt der wichtigste Grundwert. Diesen zu erhalten heisst auch, Strukturen und mögliche Grenzen im Wandel der Zeit zu kennen. In diesem Sinn hoffe ich, dass es mir gelungen ist, einige wichtige Aspekte des Internet im Zusammenhang mit unseren demokratischen Strukturen aufzuzeigen.





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