Unzensierter und freier Austausch von Informationen – mehr Partizipation und Demokratie?

Vorher war von den Spielregeln der Mediengesellschaft, Verkürzung, Emotionalisierung und Personalisierung die Rede. Sie gehen Hand in Hand mit dem unzensierten und freien Austausch von Informationen, die das Internet ermöglicht. Und Beides eignet sich ungleich besser zum Abwerten, Ausgrenzen und Aufmerksamkeitsheischen, denn zum sachlichen Dialog und der politischen Willensbildung auf Grund reflektierter Überzeugungen. Carlo Schmid, SVP-Kantonsrat ZH operiert gekonnt mit obigen Instrumenten. Er hat ein Telefongespräch mit einem Verwahrten aus der Strafanstalt Pöschwies ins Netz gestellt. Wunderbar: Der sich im Strafvollzug befindliche Mann stellt sich selber als Opfer seines Triebes dar, dem auch die Massnahmen der Justiz, ihn von der Bevölkerung zu separieren, nichts entgegenzuhalten haben. Für einen wie ihn gibt es noch genug Spielraum. Wenn wundert’s, dass die nachlässige und unfähige Justiz in diesem Fall durch den SP Regierungsrat Markus Notter verkörpert wird. Schmid missbraucht schamlos einen armen Kranken um, wie er offenbar freimütig verkündet „Notter fertig zu machen und ihn aus dem Amt zu jagen“.Die Schwierigkeit besteht darin, diesem Vorgehen etwas entgegenzuhalten, will man nicht zu ähnlich schmutzigen Mitteln greifen und gleichzeitig Gehör finden. Vermittlung von Wissen über die Hinter- und Beweggründe solcher Kampagnen sind eine mögliche Antwort auf das Dilemma. 

Tages Anzeiger, Mittwoch 5. März 2008 ‚SVP-Mann Schmid irritiert die eigene Partei’ von Stefan Häne.

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One Comment on “Unzensierter und freier Austausch von Informationen – mehr Partizipation und Demokratie?”

  1. Beatrice Altorfer Says:

    Diese Geschichte mit dem Häftling und Carlo Schmid ist ein mal mehr ein Beispiel, wie diese Partei politisiert – äh, natürlich wie Carlo Schmid als Privatmensch politisiert. Leider steht ihm im heutigen Zeitalter das Internet zur Verfügung, sodass er seine Hetzkampagne ungehindert posten kann. Gerade bei solchen schrägen politischen Aktionen finde ich es tragisch, wenn sie im Internet aufgeschalten werden, weil sie nicht weiter kommentiert und mit Gegenmeinungen versehen werden können. Dem könnte man jetzt entgegenhalten, dass er mit dem Interview auch zu einer Zeitung hätte gehen können, doch das wäre immerhin schon ein Schritt mehr gewesen für ihn.
    Informationen und objektive Berichte für die Bevölkerung finde ich da auch ganz wichtig, damit man Hintergründe erfährt.


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