Der Bau von Minaretten (muslimische Gebetstürme) wird in der Schweiz verboten

Pünktlich wie angekündigt, liegen die Ergebnisse der Online-Umfrage Perspektive Schweiz zur Zukunft der Schweiz bereit. 18500 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz, haben einen Katalog von 51 Fragen beantwortet. Das Frageportal zu den Themen: Familien- und Jugendpolitik, Wirtschaftspolitik, Energie- und Klimapolitik sowie Integrations- und Migrationspolitik, war während 9 Wochen geöffnet.

Ziel der Umfrage war, politische Vorstösse frühzeitig auf eine Mehrheitsfähigkeit zu überprüfen. Zudem sollte mit Perspektive Schweiz auch jedermann eingeladen werden, an einer Diskussion über die Zukunft der Schweiz teilzunehmen.

Repräsentativität wurde erreicht, indem neben einer intensiven Internetwerbung auch über 2500 Ortsparteien über die Umfrage informiert waren. Die ersten 12 Fragen wurden zur Person, und deren Stimmverhalten gestellt. Dadurch war es möglich, die restlichen 39 Antworten nach den demographischen Kriterien: Alter, Geschlecht, Kanton und Bildung zu gewichten, und mit den Antworten die Schweizer Bevölkerung abzubilden. Um mehrfaches Teilnehmen und ein zufälliges Ausfüllen der Fragebogen aufzudecken, wurden technische Hilfsmittel verwendet. Mehrere Hundert Fragebogen wurden so eliminiert.

Man bekommt durchaus den Ausdruck, dass Perspektive Schweiz extrem seriös und mit hoher Kompetenz auswertet. Neben einer tabellarischen Darstellung mit den Prozentwerten dafür und dagegen, wird jedes Resultat ausformuliert. Darin wird auch auf demografische Unterschiede und Korrelationen mit anderen Fragen hingewiesen.

Weniger deutlich ist die Motivation hinter den Fragen, und das Zustandekommen des Fragebogens. Auffallend sind die zahlreichen Fragen zu Integrations- und Migrationspolitik. Wieso sind sie oft suggestiv gestellt? Lassen sich dadurch wirklich die Probleme unseres Landes lösen? Können dadurch mehr Personen zum Ausfüllen der Fragebogen motiviert werden? Entspricht die Gewichtung derjenigen, die dieses Thema in der Presse hat? Lässt man sich hier durch die Polemik und die Lautstärke gewisser Parteien beeinflussen? Oder arbeitet man damit gar direkt in die Hände von Sponsoren?

Klar scheint, dass von der ausländischen Bevölkerungsschicht eine Eigenleistung zur Integration erwartet wird. Zudem drücken die Antworten eine Besorgnis aus, die ernst zu nehmen ist. Nun müssen von den politischen Parteien und von der Regierung die richtigen Schlüsse gezogen werden. Zu wünschen wäre, dass neben den 7 Studenten der Wirtschafts-, Politik- und Umweltnaturwissenschaft sowie der Informatik, die den Fragebogen ausarbeiteten und auswerteten, sich ein ebensolches Potenzial zur Interpretation und Umsetzung aus der Psychologie, der Soziologie, der Integration und Bildung meldete. Denn mit dem Verbot von Minaretten, wie das offenbar 47 % der Bevölkerung begrüssen würden, sind wir einem fruchtbaren Zusammenleben verschiedenster Kulturen und Ethnien auf engem Raum noch keinen Schritt näher gekommen.

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2 Comments on “Der Bau von Minaretten (muslimische Gebetstürme) wird in der Schweiz verboten”

  1. August Scherer-Hug Says:

    Liebe Pia

    Inhaltlich bist Du auf einem sehr guten Weg, Du beleuchtest Dein Thema aus wirklich sehr unterschiedlichen Blickwinkeln, das macht den Blog spannend und jeder Beitrag ist für sich eine kurze abgeschlossene Geschichte, wie es sein soll. Wünschen würde ich mir für die zweite Bloghälfte, dass Du nicht nur über ein Teilgebiet berichtest und - das finde ich im Minarettbeitrag besonders gut - selber kritische Fragen stellst, sondern dass Du noch nach (ebenso kritischen) Quellen suchst, was die zu diesem Teilgebiet berichten. Damit könntest Du zusätzliche Facetten aufzeigen - das Thema umfassend und differenziert darstellen.

    Das Blogdesign gefällt mir gut und finde ich passend, gut die zurückhaltende aber jeweils sinnvoll eingesetzte Verlinkung. Gut auch die Quellenangabe am Schluss des Beitrags bei nicht elektronischen Ressourcen. Hier könnte man mal ausprobieren, wie’s mit einer Verlinkung zu Citeulike wäre (muss aber nicht sein)…;-))

    Noch löschen würde ich die Tosca ganz am Anfang, etwas weniger gut gelungen scheint mir die Bildintegration. Die Bilder können problemlos formatiert werden (einfach auswählen im Editor und “hochziehen”), allerdings hast Du nun entweder zu kleine Bilder ausgewählt oder sie verkleinernd hochgeladen. Da würde ich noch etwas tüfteln (oder ruhig nochmals nachfragen), prinzipell finde ich eine Auflockerung durch ein Bild sehr angenehm.

    @Beatrice: Deine Kommentare bestens - ganz in unserem Sinne!

    Ich wünsche vergnügliches Weiterbloggen und sende einen lieben Bloggruss!

    Gusti

  2. Beatrice Altorfer Says:

    Die Art und Weise, wie die Fragen in den Fragebogen von Perspektive Schweiz gestellt werden, erscheinen mir ebenfalls ein wenig eigenartig. Sie könnten auch offen gestellt werden wie „Wie sollen in Zukunft Einbürgerungen in Schweizer Gemeinden durchgeführt werden?“ Mit den vorgegebenen Antworten wird das Spektrum zudem eingeschränkt. Mit dieser Ausgestaltung der Fragebogen haben die Antwortenden keinerlei Möglichkeit, eigene Vorschläge zum Umgang mit den politischen Themen anzubringen. Es wäre bestimmt die eine oder andere gute Idee dabei, denn nur schon indem sich die Leute Zeit für die Beantwortung der Fragen nehmen, zeigen sie politisches Interesse!
    Die Umfrageergebnisse sollen laut den Initianten Diskussionen auslösen und die Bevölkerung soll motiviert werden, sich an der Politik zu beteiligen – warum nicht direkt auf dieser Plattform? Warum gibt es kein Wiki, keinen Blog auf Perspektive Schweiz? Meinungsbildung, die direkt auf dem Forum selbst gefördert wird anstatt die Beschränkung auf reine Abfragen? Warum den Umweg über die Medien gehen, an denen sich nicht jeder beteiligen kann? Aber ich bin wohl etwas beeinflusst von Wikinomics, denn bei Perspektive Schweiz geht es ja nicht um eine Ideensammlung, sondern in erster Linie darum, dass unsere PolitikerInnen die Meinungen von Schweizer Bürgern erfahren, damit sie nicht allzu fern von den Interessen des Volkes politisieren und Stimmungen im Volk wahrnehmen.
    Die Ergebnisse von Umfragen können schon beeinflusst werden, indem gewisse Fragen nicht gestellt und andere dafür vermehrt in eine gewisse Richtung führen, du hast das ja bereits angesprochen. Auch die Reihenfolge spielt sicher eine Rolle – eine emotionale/provozierende Frage zu Beginn wirft bestimmt gewisse Schatten auf die Antworten der folgenden Fragen.
    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Knackpunkt bei Abstimmungen darin besteht, dass die Bürger oftmals nicht gut über ein Thema informiert sind, sondern aus dem Bauch heraus und mit 20 Minuten-Wissen im Hintergrund antworten. Perspektive Schweiz finde ich trotz der Kritik oben eine gute Sache, weil sie auf wichtige politische Themen hinweist und man dadurch eine gewisse Orientierung in der Politlandschaft gewinnen kann.

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